Unsere Kirchgemeinde

Hallo und herzlich Willkommen auf der Internetseite der Kirchgemeinde Euba.

Hofkonzert Tobias Richter

Chorprojekt "Luther" Pop-Oratorium

Andacht

Liebe Geschwister, es ist fast nicht zu glauben, nach einem zögerlich aprilhaftschwindenden winterlichem Frühling ist nun doch kraftvoll und erwärmend schon wieder die sommerliche Mitte des Jahres erreicht. Eine gute Gelegenheit, sich einmal zum Durchatmen und Kraft schöpfen in den Garten zu setzen. Das ist zum einen Genuss pur und zum anderen auch eine Überlebensstrategie.

Vor allem in sehr bewegten Zeiten ist das wichtig. Ich habe die vergangenen Wochen und Monate als sehr ereignisreich und gefüllt mit vielen Ereignissen erlebt.
Liegt es daran, dass bei uns persönlich oder auch öffentlich so viele Veränderungen geschehen oder weil wir einfach immer viel zu hautnah direkt informiert werden? Und dennoch dabei das Gefühl bleibt, nie wirklich die ganze Wahrheit zu erfahren. So fühlt man sich, wenn man aus dem Gleichgewicht gerät oder nicht mehr ganz den Überblick bewahren kann. Da ist die Auszeit im Garten
dafür wie eine wirkliche Medizin für Körper, Geist und Seele. Ein Werbespruch eines Gartenmarktes formulierte es als Rezept einmal so: “Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.” (natürlich nicht, nur um wieder zu arbeiten).
Es geht um das innere Gleichgewicht, um den Einklang mit mir selbst und dem Leben. Selbst Johann Wolfgang von Goethe hat gerade in stürmischen Zeiten seiner Lebensgeschichte immer wieder Naturbetrachtungen betrieben und aufgezeichnet, um vielleicht auch auf diesem Wege wieder seinen Mittelpunkt zu erfahren. Über Geschicht(ch)en und “große” Nebensächlichkeiten lässt sich jaimmer gut streiten, aber handelt es sich um existenzielle oder wesentliche Grundsatzfragen wird der Ton doch meist behutsamer, achtsamer und vorsichtiger.

Diese Erfahrung habe ich nicht selten gemacht. Es geht um das Fundament aufdem alles auch gemeinsames steht, um den Mittelpunkt an dem auch viele Sinnantworten anknüpfen, die dann zur Sprache kommen und dann auch viele sehr berühren, die mit mir in Beziehung stehen. Darum empfinde ich solche Zeiten sehr wichtig, die mich dazu einladen und mir Raum geben, zu suchen und zu finden, was der Mittelpunkt meines Lebens ist und mir Halt gibt. Man kann natürlich voller
Energie sich immer wieder auf den Weg machen und suchend unterwegs sein, aber wer immer in Bewegung auf der Reise ist, wird wohl nie ganz irgendwo bei einer Heimat ankommen. Denn zumindest ganz gleich wo mich meine Lebensreise hinführt, der Erste dem ich dort ganz sicher begegne, bin ich selbst (als der, der dort ankommt). So müssen mich auch dort wieder “meine eigenen Füße” tragen.
So wünsche ich Euch/Ihnen allen in der Mitte des Jahres für diese
Sommer und Reisezeit auch ein gutes Ankommen vor allem bei dem, was Euch/
Ihnen Mitte und Halt im Leben gibt. Dazu begleite uns alle auch der Monatsspruch
für August: “Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander!” (Markus 9,50).

Ihr Pfarrer Johannes Käßler